Angelschein

Das Interesse für einen Angelschein hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Schon lange gilt Angeln nicht mehr nur als ein Sport oder Hobby für die ältere Generation. Immer mehr junge Menschen finden gefallen daran und interessieren sich für einen Angelschein.- In vielen Fällen die wichtigste Voraussetzung, um Angeln zu können. Dabei können die Anforderungen an den Angelschein je nach Bundesland teilweise sehr unterschiedlich sein. Doch was hat sich eigentlich in den letzten Jahren geändert, dass immer mehr junge Menschen dem Hobby mit Leib und Seele verfallen? Unterschiedliche Gründe lassen sich dafür benennen.


Angelschein – Darum wird er immer beliebter

Die Winter werden milder und die warmen Tage länger. Das wirkt sich auch auf den Angelschein deutlich aus. Ein Grund, warum sich immer mehr Menschen für dieses berauschende Hobby, was in freier Natur mit imposanten Landschaften ausgelebt werden kann, interessieren. In der Regel kann der Angelschein schnell durchgeführt werden, sodass dem freien Erlebnis in der Natur nichts entgegensteht. Zum anderen hat sich unsere Gesellschaft im letzten Jahrzehnt stark verändert.

Stress und Hektik bestimmen immer mehr unseren Arbeitsalltag. Die Anforderungen im Berufsleben steigen. Das spüren vor allem junge Menschen, die häufig damit überfordert sind und nach Wegen der Entspannung suchen. Für viele ist der Angelschein in solchen Situationen eine willkommene Alternative, um die Seele einmal wieder baumeln lassen zu können. Das erklärt auch, warum die jüngere Generation ihren Blick wieder direkter auf das Angeln richtet. Dennoch sei vorab gesagt, das Angeln in der freien Natur zwar zu den eindrucksvollsten Erlebnissen gehören kann, doch ohne die behördlichen Formalitäten sollte das keineswegs erfolgen. Das gilt sowohl für Deutschland, Europa als auch für die meisten Länder der Welt.

Der Angelschein, gerne auch als Fischereischein bezeichnet, ist die Grundvoraussetzung. Erst wenn dieser vorliegt, sollte der Fokus auf die passende Ausrüstung und Kleidung fallen. Zu beachten ist vor allem, dass die Voraussetzungen zum Erwerb teilweise in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich geregelt sind und in einigen Fällen viel Geduld erfordern.



Angelschein und die Genehmigung

Der Angelschein ist praktisch eine behördliche Genehmigung, die beim Angeln immer dabei zu tragen ist. Zuständig für die Ausstellung ist in der Regel die Fischereibehörde am Wohnort. Wer in anderen Ländern angeln möchte, sollte sich aber frühzeitig über zusätzliche Genehmigungen informieren. In Deutschland ist es mittlerweile so, dass es keine freien Gewässer mehr gibt. Wer angeln möchte und noch keinen Angelschein besitzt, muss sich einer Fischereiprüfung unterziehen. Diese besteht in der Regel aus einer schriftlichen als auch mündlichen Prüfung. In den schriftlichen Tests zum Angelschein sind diverse Fragen zu beantworten, häufig um die 60 Stück. Hierbei geht es im Wesentlichen um Fisch- und Gewässerkunde sowie Geräte- und Rechtskunde. Die Anforderungen an den Angelschein haben sich in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet. Beim Bestehen der Prüfung kann dann im Folgenden der begehrte Angelschein beantragt werden. Jugendliche können die Prüfung ab 14 Jahren durchführen. Zuständig dafür sind die Fischereibehörden der Landkriese und kreisfreien Städte. Der Lehrgang vor der Prüfung zum Angelschein beinhaltet um die 30 Unterrichtsstunden.


Unterschiedliche Klassifizierungen
Anzumerken ist jedoch auch, dass es mittlerweile beim Angelschein sehr unterschiedliche Klassifizierungen gibt. Die einzelnen Untergruppen hängen dabei vom Bundesland ab. So bietet das Bundesland Sachsen-Anhalt als Einziges zum Bespiel eine Friedfischereiprüfung, die ebenfalls zu einem Angelschein berechtigt, an. Allerding darf dann nur der Friedfischfang betrieben werden, wobei die Verwendung von Raubfischködern verboten ist. Dafür ist jedoch nur eine mündliche Prüfung erforderlich.

Ebenso lassen sich spezielle Angelscheine für Kinder finden. Eine Jugendfischereiprüfung ist in vielen Bundesländern bereits für Kinder ab 7 oder 8 Jahren möglich. Dabei sind der gesamte Vorgang und die Prüfung zum Angelschein direkt auf das Alter der Kinder angepasst. In der Regel zeichnen sich die Angelvereine dafür zuständig.




Angelschein – Prüfungsgebühren sehr unterschiedlich

Doch auch die Gebühren für Lehrgang, Prüfung und Ausstellung des Angelscheins können in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich sein. Zunächst sollte allerdings hierbei beachtet werden, dass der Angelschein auf Lebenszeit ausgestellt werden kann. Bei Verstößen kann dieser jedoch unter Umständen entzogen werden. In vielen Bundesländern ist bei der Antragsgebühr zum Angelschein noch eine Fischereiabgabe zu entrichten. Diese richtet sich maßgeblich nach dem Alter und fällt bei Jugendlichen besonders hoch aus. Dabei kann die Spannbreite von einigen Hundert Euro bis zu einem Betrag unter 50 Euro reichen. Alternativ besteht aber auf Wunsch häufig auch die Möglichkeit, den Angelschein mit einer Fischereiabgabe auf 5 Jahre zunächst zu begrenzen. Dabei muss dieser jedoch alle 5 Jahre erneut verlängert werden, wodurch auch eine erneute Bearbeitungsgebühr nebst der Fischereiabgabe zu zahlen ist.

Fristen bei der Ausstellung
Eine interessante Frage ist dabei auch, wie lange die eigentliche Ausstellung beansprucht. Ist die Prüfung zum Angelschein erst einmal bestanden und der Antrag gestellt, reagieren einige Behörden recht schnell. Doch die Zeiten sind in der Tat nach wie vor von Behörde zu Behörde sehr unterschiedlich. Einige benötigen für den Angelschein sogar einige Tage, dabei wird aber eigentlich nur ein Stück Papier ein laminiert.

Unbedingt zu beachten
Der Angelschein ist nicht nur beim Angeln dabei zuführen, sondern grundsätzlich immer dann, wenn eine Angel in der Hand liegt oder letztlich dabei geführt wird. Doch der Angelschein alleine erlaubt noch nicht den Zugang. Fast überall muss zusätzlich ein Fischereierlaubnisschein (entweder als Tages- oder Jahreskarte) für das jeweilige Gewässer gekauft werden. Ein Polizist aber auch ein Fischereiaufseher kann bei der Kontrolle die Vorlage beider Dokumente verlangen. Gelegentlich sind dafür direkt die Angelvereine am Wohnort zuständig, bei denen man mit dem Mitgliedsbetrag auch den zusätzlichen Fischereierlaubnisschein erwerben kann.

Wer nun Interesse hat, selbst einen Angelschein zu beantragen, sollte die einzelnen Formalitäten und Gebühren dafür entweder bei einem Angelverein vor Ort oder bei den zuständigen Fischereibehörden erfragen.